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Über das Bittgebet
84.11.03/2BO M:Achim
FÜRBITT 6/95
Die Auswirkung von geistigen Kräften
Jeder Mensch, der sich mit lichten und reinen Gedanken an
Gott um Hilfe wendet, vergrößert die Möglichkeit derer, die im Auftrag Jesu in die
Bereiche der gefallenen Schöpfung lenkend eingreifen dürfen.
Liebe Geschwister,
heute abend will ich eure Gedanken auf das Bittgebet lenken.
Viele Menschen, die der Religion durchaus nicht ablehnend
gegenüberstehen, aber logisches Denken bevorzugen, verlieren leicht den Bezug zu dieser
Form des Gebetes. Diese Menschen sind der Meinung, daß alles, was geschieht, doch in der
Hand Gottes liegt. Gott sei doch absolut und unbeeinflußbar, weshalb man in ihren Augen
doch nicht so einfältig oder auch so hochmütig sein darf, um sich mit einer Bitte an
Gott zu wenden.
Diese Gedanken wirken zunächst durchaus einleuchtend. Sie sind aber
trotzdem nicht richtig, denn hier werden einige Gesetzmäßigkeiten außer acht gelassen.
Damit Ihr den tiefen Sinn des Bittgebetes besser verstehen könnt, muß ich ein wenig
ausholen.
Ihr alle wißt, daß ein fallender Stein von sich aus nicht
wieder nach oben steigen kann. Genauso verhält es sich mit einem Geschöpf, das sich aus
der vollkommenen Welt gelöst und alle Beziehungen abgebrochen hat. Wie der fallende Stein
hat es auch nur mit Hilfe äußerer Kräfte die Möglichkeit, wieder nach oben zu
gelangen.
Diese Hilfe, deren Einsatz von Jesus Christus, dem Leiter
des Rückführungsplanes koordiniert wird, erreicht alle Menschen in Form der
liebenden und rückführenden Kraft Gottes. Diese Kraft, von der alle Wesen um euch
getragen werden, wird von einer Vielzahl von Geistwesen so aufbereitet, daß sie für euch
nutzbar wird. Diese Transformation der göttlichen Kraft beginnt bei den ganz
reinen Geistern und setzt sich fort bei den immer weiter gefallenen Geschöpfen. So
entsteht eine lange Kette. Jedes Glied dieser Kette erfüllt immer als Mittler und
Transformator eine wichtige und spezielle Aufgabe.
An irgendeiner Stelle dieser Kette steht Ihr selbst. Ihr nehmt
diese Stelle nicht durch irgendeinen Zufall ein. Ihr steht dort, weil das im geistigen
Plan mit eurer Zustimmung so vorgesehen ist. So gibt es Glieder in dieser Kette über
euch, aber auch unter euch. So wird deutlich, daß vieles, was in den Entwicklungsstufen
unter euch abläuft, von der Erfüllung eurer Aufgaben abhängig ist.
Wenn nun einer oder mehrere die ihnen zugedachten Aufgaben nicht oder
nur teilweise erfüllen, führt das zu einer ungeplanten Verzögerung des
Erlösungsplanes, denn niemand in der Welt kann ersetzt werden. Jeder ist ein
einzigartiges Individuum mit ganz bestimmten Stärken und Schwächen. Es wurden in
mühevoller Kleinarbeit ganz bestimmte Menschen mit euch zusammengeführt. Nun wird
erhofft und erwartet, daß Ihr eure Aufgaben in der euch zugedachten Form wahrnehmt.
Neben den verschiedenen Stufen, die dem Erlösungswerk Jesu zugänglich
sind, gibt es noch Bereiche, die bis heute unzugänglich geblieben sind. Das hängt mit
einem Grundprinzip der Schöpfung, der Freiheit des Geistes zusammen. Jedes
geistige Wesen hat die Freiheit, dem vorgezeichneten und vom Schöpfer als richtig
empfundenen Weg zu folgen oder auch einen der vielen möglichen Umwege zu ergreifen. Wenn
sich mehrere Geister mit gleichem Denken und Streben zusammenfinden, wird aus der Freiheit
des Einzelnen die Freiheit der Gruppe. Ist in einer solchen Gruppe die Anzahl der
Mitglieder, die bereit sind den Rückweg anzutreten, sehr gering, so bleibt ihr
Bereich für das Werk Jesu verschlossen.
Ihr wißt, daß der Schöpfungsplan auf Familien aufgebaut ist. Jedes
Geschöpf, so auch Ihr, stammt aus einer solchen Familie. Es sind Wesen, die durch den
langen gemeinsamen Entwicklungsweg in einer besonders engen Seelenverwandtschaft zu euch
stehen. Eine geistige Familie hat gewisse Einflüsse auf das einzelne Mitglied. Das
heißt, wenn eine Familie den Rückweg antreten will, so hat sie das Recht, noch
unentschlossene oder wankelmütige Mitglieder ein Stück des Weges mitzunehmen. Gleiches
gilt natürlich auch in umgekehrter Richtung.
In großen geistigen Bereichen sind die Geistwesen noch unentschlossen,
ob sie den Rückweg überhaupt antreten sollen. Manche Geister treten diesen Weg im Moment
bewußt noch nicht an. Sie arbeiten noch an ihren eigenen Lebensmodellen und versuchen
noch, andere von deren Funktionsfähigkeit zu überzeugen. In solche Bereiche darf das
Erlösungswerk Christi nicht eingreifen. Es ist diesen Wesen aber möglich, das Leben der
Menschen auf der Erde zu beobachten. Für diese Beobachter aus dem Geistigen sind die
Bereiche, in denen der Rückweg bereits angetreten wurde, von besonderer Bedeutung. Ob und
wann diese zunächst abwartenden Beobachter dann den Weg zurück antreten, hängt in hohem
Maße vom Erfolg des Heilsplanes Jesu in diesen Rückentwicklungsbereichen ab.
Sicher ist es für diese Wesen wichtig, einzelne, beispielhaft lebende
Menschen beobachten zu können. Noch wichtiger für den sichtbaren Erfolg des Heilsplanes
ist es aber, wenn die lichten Kräfte lenkend und fördernd in die irdischen Geschehnisse
eingreifen und einfließen durften. Je größer dort die Zahl derer ist, die sich bewußt
für den Rückweg entschieden haben und dem lichten Bereich entgegenstreben, desto
größer werden die Anziehungskräfte des Lichtes, und immer mehr von den Unentschlossenen
und Wankelmütigen, dürfen wenigstens eine Zeitlang dem Licht entgegengetragen werden. So
können sie miterleben, wofür es lohnt, sich bewußt einzusetzen.
Bitte, versucht die ganze Tragweite zu begreifen. Jeder positive und
lichte Gedanke, der sich aus den Bereichen der Erde an Gott wendet, vergrößert das Recht
derer, die im Auftrag Christi handelnd hier eingreifen. Ohne die Unterstützung einer
gewissen Zahl gutwollender, auf dem Rückweg befindlicher Wesen, hätte Jesus Christus mit
all seinen lichten Helfern keine Berechtigung hier zu wirken.
Denkt noch einmal an die anfangs beschriebene Kette. Im irdischen und
erdnahen Bereich sind die Schutzgeister der Unentschlossenen auf Energieströme
angewiesen, die durch euch, euer Gebet und euer positives Wünschen für diese
transformiert werden. Daraus läßt sich schließen, daß es zu energetischen Engpässen
kommen kann, wenn Ihr nicht regelmäßig positive und harmonische Kräfte in diese Welt
sendet. So kann es geschehen, und geschieht es auch, daß Schutzgeister im erdnahen
Bereich nicht die notwendige Energie zur Verfügung haben, um eine Situation zu
beeinflussen, in der sich ein noch unentschlossener Geist eigentlich für 'ja' oder 'nein'
entscheiden sollte. Je mehr dunkle und disharmonische Kräfte in die Welt gesetzt werden,
desto größer wird die Kraft aus den dunklen geistigen Bereichen und desto leichter
werden auch solche unentschlossenen Geister in dieser Richtung beeinflußt. Da diese
Geschöpfe weder heiß noch kalt sind, hat Jesus Christus kein Recht den Einfluß dieser
gegensätzlichen Kräfte zu verhindern.
Ihr selbst befindet euch aufgrund eurer Vergangenheit im Machtbereich
der gefallenen Schöpfung. Trotzdem gehört Ihr zum Kreis der geistig Eingeweihten und
tragt damit eine Verantwortung für die vielen, die noch auf der Kippe stehen. Ihr kennt
bis jetzt noch wenig die Möglichkeiten eures geistigen Wirkens, aber Ihr könnt schon
jetzt mithelfen viel Leid zu verhindern, das sich sonst noch sehr lange Zeit hinauszögern
würde.
Wenn euch nun dieser Sachverhalt so deutlich vor Augen geführt wurde,
werdet Ihr sicher ein besseres Verständnis für die kultischen Handlungen in den
Religionsgemeinschaften entwickeln können. Hierbei addieren sich die geistigen Kräfte
nicht einfach auf, sondern sie potenzieren sich nach den geistigen Gesetzen. So setzen
drei intensiv Betende viel mehr Energie frei als zwei . Je mehr Mitglieder sich
also einem Gebetskreis anschließen, desto größer wird die Potenz der Kräfte,
die hier wach werden. So ist für diejenigen, die mit diesen Kräften arbeiten, eine
tiefgläubige Kirchengemeinschaft mit vielen intensiv Betenden viel wichtiger als eine
kleine Gruppe hochstehender, sehr lichter Geister, die aber kaum betet.
So nutzt bitte jede Möglichkeit, ganz gleich in welcher geistigen
Bewegung Ihr beheimatet seid, in Gemeinschaft diese Kraftverstärkung für die Erde zu
bewirken. Ihr könnt selbstverständlich auch in kleinen Gruppen beten und über die Dinge
sprechen, die sich in einer großen Gemeinschaft nicht lösen lassen. Hier könnt Ihr dann
jene Kraft sammeln, die Ihr selbst nötig habt. Aber überlegt euch auch, was Ihr für die
religiöse Gemeinschaft wirklich tut. Wichtig ist nicht das Leben in einer Gemeinschaft,
die sich nicht verändert, sondern in einer Gruppe, die wächst und reift. Hier könnt Ihr
wertvolle Dienste leisten.
Immer wieder fallen euch manche unreifen Einstellungen, Gedanken und
Gebete in den Kirchen auf. Deshalb will ich euch an ein weiteres geistiges Gesetz
erinnern: Wenn Ihr in einer Gruppe Betender seid, wirkt die Energie dessen als
Basisschwingung, der in seinem Gebet die reinste und hellste Schwingung auszulösen
vermag. Die Schwingungen der Mitbetenden dienen als Verstärkungsfaktoren der reineren
Schwingung. So könnt Ihr auch in einer nicht logisch und rein denkenden Gemeinschaft
einiges bewirken.
Ihr solltet aus diesem Grund trotzdem an Gottesdiensten und am
Abendmahl teilnehmen, auch wenn Ihr das Gefühl habt, daß euch das alles zu unharmonisch
und unrein ist. Auch Jesus Christus ging zu den Orten, an denen die Unsicherheit am
größten war. So braucht auch Ihr nicht das Gebet, die Kirche und die Gemeinschaften zu
meiden, weil dort das eine oder andere Wort fällt, das den Heiland und Erlöser
beleidigen könnte. Durch eure Anwesenheit wirkt Ihr nicht nur als Verstärkungsfaktor
für reinere Schwingungen, Ihr könnt auch den vielen Wesen Mut machen, die sich im
jenseitigen Bereich an den frei werdenden gedanklichen Kräften stören. Dafür will ich
euch ein einfaches Beispiel geben. Während hier im VATERUNSER gebetet wird "Führe
uns nicht in Versuchung", wird der reinere Gedanke "Und führe Du uns in der
Versuchung" dieses Gebet in dem Moment überstrahlen. Die hellsten und lichtesten
Energien tragen im geistigen Bereich am weitesten. Die bei einem Gebet freiwerdende
Energie ist mit einem Strom vergleichbar, der in dem Moment, in dem "Führe uns nicht
in Versuchung" gebetet wird, auf einen niedrigeren Pegel absinkt, um danach wieder
anzusteigen. In dieser Lücke bestimmen dann Gebete wie "Führe Du uns in der
Versuchung" die Gesamtenergie. Jeder Geist, der sich in der Umgebung aufhält, wird
spüren, daß sich hier ein befreienderer Impuls unter die ausgestrahlte Energie mischt.
Dieser Impuls kann für alle Geschöpfe im Umfeld, auch für Menschen, Auslöser für ein
Nachdenken über dieses Gebet sein, ohne daß sie sich der Ursache bewußt werden.
Wie das eine Beispiel zeigt, gibt es vielfältige Möglichkeiten, im
Sinne Christi zu handeln, die Ihr noch nicht ausgeschöpft habt. Durch euer positiveres
und lichteres Verhalten können eure Gedanken zum Hoffnungsschimmer werden für die
beobachtenden geistigen Wesen, die aus der herrschenden Situation nicht mehr ausreichend
Kraft und Verständnis schöpfen konnten. Viele Wesen können aufgrund geistiger
Gesetzmäßigkeiten mit euch nicht an einem beliebigen Ort verbunden werden, sondern
ausschließlich im Gotteshaus. Durch die Weihe des Ortes entstehen geistige Rechte,
die dies ermöglichen.
Noch eine weitere Variante des geistigen Wirkens will ich euch
verdeutlichen. Ihr könnt ganz bewußt klare und reine Gedanken an den Altarstufen
niederlegen. Ein solcher Gedanke ist zum Beispiel, daß Gott seine Geschöpfe unendlich
liebt und daher niemals der Ursprung irgendeiner Form von Verdammnis sein kann. Für einen
geistigen Besucher der Kirche sind diese Gedanken genauso deutlich zu erkennen, wie die
auf den Altarstufen niedergelegten Früchte für Menschen beim Erntedankfest. Auf
diese Weise können Verbindungen zu einer Vielzahl noch unsicherer oder wankender Geister
aufgebaut werden, die sich sonst wohl für einige Zeit in der Leere verlaufen könnten.
Mit diesem Wissen im Hintergrund solltet Ihr mit solchen und ähnlichen Gedanken an keinem
Gotteshaus, keinem Friedhof und keiner Stätte vorbeigehen, von der Ihr wißt, daß sich
dort Suchende versammeln könnten.
Inwieweit Ihr euch diese Gesetzmäßigkeiten zu eigen macht, liegt ganz
bei euch. Genauso liegt es bei euch, in welchem Maße Ihr die Nebensächlichkeiten eures
Alltags beiseite legt, um dieser großen Aufgabe, die euch vom Heiland in der Hoffnung auf
bestmögliche Erfüllung übertragen wurde, nachzukommen. Ihr tut schon viel, aber Ihr
könntet noch mehr bewirken. Ihr könnt demnach eure Energie nicht nur im materiellen,
sondern auch im geistigen Bereich für Jesus Christus einsetzen.
So will ich euch nun den Segen, die Kraft und die Energie all der
Geister bringen, die mich begleitet haben. Die übermittelten Energien sind keine reinen
Christusschwingungen. Sie sind ganz bewußt von Geschöpfen transformiert, die euch sehr
nahe verwandt sind. Ihr werdet dabei wohl gemerkt haben, daß diese Schwingungen eine
gewisse derbe Kraft in sich tragen. Das aber sind jene Kräfte, die jemanden zu tragen
vermögen, der scheinbar den Boden unter den Füßen verloren hat. Die Schwingungen liegen
in der Mitte zwischen den lichten Kräften und Euren oftmals trüben und schweren
Gedanken. Sie entsprechen einer Stufe, von der aus Ihr euch den lichten Kräften besser
öffnen könnt.
So segne ich euch in der Kraft und der Liebe unseres Erlösers Jesus
Christus und in der mittelnden Kraft und Liebe all derer, die euch in Ihr Herz geschlossen
haben und die für euch bitten und um euch ringen.
Gott zum Gruß und Jesu Heil.
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