Vom rechten
Gebet
81.07.04AU GEBET- Medium Achim - 87
Wer ist Richter über mein Schicksal?
Durch immer neue und bewusste Unterstellung unter den Willen Gottes
bestimmt der Mensch selbst, wer Richter über sein Leben wird.
Eine Schuld gegenüber
einem anderen Menschen
kann zwar nicht genommen,
jedoch verwandelt werden.
Liebe Geschwister,
Lasst uns einige Minuten einem Gedanken über das Gebet folgen, damit
Ihr euch die Wichtigkeit des richtigen Gebetes ganz bewusst machen könnt.
Ich brauche dafür nicht um Äonen zurückzugreifen. Ihr beobachtet
euch in eurem Leben selbst und wisst, dass Ihr auf dem Wege zur Vollkommenheit noch ein
großes Stück zu gehen habt. Dies ist aber nicht gänzlich eure Schuld. In vollkommeneren
Bereichen würde es euch bedeutend leichter fallen, gute oder bessere Geschöpfe zu sein
als Ihr es jetzt seid. Diese Erde bedrängt euch mit ihren Widrigkeiten. Es gibt aus
geistiger Logik nur einen Weg, um aus dieser Welt herauszukommen. Es ist der Weg der
vollkommenen Wiedergutmachung an allem, was Ihr je an Negativem in eure Leben hineingelegt
habt. Es ist der Weg der vollkommenen Einordnung in die göttliche Harmonie. Nun, bei
gutem Wollen ist das nicht unmöglich. Sicher ist es eine Zeitfrage, aber es ist nicht
ausgeschlossen.
Dies wussten und wissen auch die Regenten eures Systems. Und darum
haben sie auch eine Vielzahl von Fallen und Fallstricken eingebaut, die euch das Erreichen
dieses Zieles unmöglich machen sollen. Nehmen wir zum Beispiel diese Situation: Ihr
wisst, Ihr habt euch an einem Menschen versündigt. Nun begegnet Ihr diesem
Menschen wieder. Wenn Ihr nun bemüht seid, euch diesem Menschen in der zur Wiedergutmachung
erforderlichen Weise zu widmen, werdet Ihr automatisch jene vernachlässigen, die euch zur
gleichen Zeit ebenfalls anvertraut sind.
Diesen Zustand gibt es in vollkommenen Welten nicht. Dort sind Probleme
dieser Form nicht möglich. In harmonischen Bereichen ist alles geordnet. Jedes Tun eines
Geistes ist ein Geschenk und keine Notwendigkeit. Es gibt keine Not, die der Linderung
oder der Änderung bedürfte. Wenn ein Geist in harmonischen Bereichen wirkt, tritt er
immer als Schenkender auf, als jemand der zusätzlich zur vorhandenen Harmonie Elemente
hinzufügt, die das Gesamtbild weiter verschönern und bereichern.
In irdischen Bereichen ist das anders. Wenn Ihr euch hier einer Sache
widmet, ist sofort etwas anderes vernachlässigt. Ihr habt eine große Zahl an
Verpflichtungen durch frühere Sünden. Notwendigerweise aber müsst Ihr mehr
vernachlässigen als Ihr Gutes tun könnt. Die Folgen aus weiterhin begangenen Sünden und
der Unterlassungssünden, wiegen schwerer als die Last, von der Ihr euch befreien könnt.
Ein Zurückschreiten in harmonische Bereiche ist letztlich so nicht mehr möglich.
Als diese Situation in den lichten Welten in der ganzen Tragweite
bewusst wurde, bahnte sich das an, was in Jesus Christus, als ein neues Gesetz
seine Vollendung fand: Es soll das beachtet werden, was sich im schöpferischen Denken
eines Menschen gestaltet und nicht, wie es sich letztlich im materiellen Tun auswirkt.
Denn die Materie wird alles Handeln immer verschlechtern, sei es auch noch so gut gemeint.
Alles was Ihr tun wollt, könnt Ihr in der geistigen Planung viel harmonischer und besser
machen, als es im Materiellen letztlich zu verwirklichen möglich ist.
Und so werdet Ihr durch die Gnade Jesu Christi nicht nach dem
beurteilt, wie sich euer Handeln auswirkt, sondern allein nach dem, wie Ihr in der Tiefe
eures Herzens denkt und mit wie viel Ernst Ihr versucht, dieses Denken in die Tat
umzusetzen. Die tief in euch liegenden Beweggründe werden zum Maßstab eurer Beurteilung
und nicht die Folgen eures Tuns. Die Größe dieser Gnade müsst Ihr euch immer wieder
bewusst machen, denn es ist die einzige Chance zur Befreiung aus der Disharmonie
überhaupt.
Aber Ihr dürft nicht vergessen, dass die andere Seite trotzdem weiter Rechte
an euch hat. Es sind Rechte, die Jesus Christus nicht beiseite schaffen konnte. Es sind
jene Rechte, die dadurch entstanden, dass Ihr euch an anderen Geschöpfen versündigt
habt. Christus konnte euch vor allem die Ursünde abnehmen, als Ihr euch vor langen
Zeiten aus dem Schöpfungsplan Gottes herausgelöst habt, um eigene Pläne zu verfolgen.
Aber auch ohne diese Ursünde bleibt die Verbindung und auch die
Verkettung zu einer Vielzahl von Geschöpfen bestehen. Ihr habt diese Bindungen
unweigerlich in vergangenen Zeiträumen entweder in bewusster Weise, aus Nachlässigkeit
oder in einem unguten Wollen geschaffen. Auch wenn es oft gut gemeint war, habt Ihr ihnen
Leid zugefügt oder sie unwillentlich ins Disharmonische geführt. Diese Geschöpfe haben
Rechte an euch.
Ihr werdet euch nun fragen, warum wird nicht auch diese Situation
gelöst und geändert? Warum sagt man nicht: Dieser Mensch tat hier und dort an dem einen
so viel Gutes. Legen wir nun doch beides auf die Waage, damit das vergessen werden kann,
was dem anderen vor langen Zeiträumen an Unschönem getan wurde!
Nun, die Sache ist einfach zu beantworten. Würde von Gott diese
Aufrechnung vorgenommen, entstünde eine willkürliche Trennung der Geschöpfe. Es wären
damit alle Bande zwischen den Welten zerrissen. Das müsst ihr immer bedenken: Der Faden,
an dem derjenige, der Rechte an euch hat, euch herunter zu ziehen versucht, ist der
gleiche Faden, an dem Ihr die Chance habt, ihn hinauf zu ziehen. Ich will damit auf die
vielen Situationen im Alltag hinweisen, wo Ihr Belastungen in eurem Gedanken- und
Gefühlsbereich ausgesetzt seid oder euch Menschen zugeführt werden, die eine belastende
Situation für euch erzeugen. Wenn Ihr diese Situationen richtig angeht, seid Ihr diesen
Geschöpfen eine große Hilfe. Bedenkt das bitte, wie wichtig diese Bande sind.
Meine Gedanken müssen daher automatisch weiterschweifen und euch daran
erinnern, was diese Erde für euch sein sollte. Ihr mögt vielleicht, wenn ich es irdisch
ausdrücken will, manchen Groll gegen diese Welt in euch tragen. Aber es ist genau so, wie
bei einem Schulbuben, der mit Erleichterung und Befreiung seine Schulbank
verlässt, um in
eine neue Klasse zu gehen. Mit Freude löst er sich von dem alten Raum. Wird er nicht nach
Jahren doch wieder mit einer gewissen Wehmut an diesen Raum zurückdenken, wenn er an der
Klasse vorbeigeht, die Tür einmal offen steht und er sieht, wie andere sich jetzt dort in
der gleichen Situation um die ersten Schriftzeichen mühen? Geht es euch nicht ebenso,
wenn Ihr in Erfahrungen dieser Welt gereift mit Schmerz seht, wie andere den gleichen
Fehler, den Ihr begangen habt, wieder begehen?
Geschwister, diese Welt ist euch zur Heimat geworden. Das ist doch
etwas Wesentliches. Sie hat euch eine Vielzahl von Möglichkeiten geboten, wieder zu euch
selbst und zur Harmonie zurückzufinden. Habt Ihr dieser Welt nicht all eure Erfahrung,
euer neues Wissen, euer neues Können zu danken? Gehört es nicht zum Dank zu versuchen,
all diese Erfahrung weiterzugeben in diesem und auch noch in manchem anderen freiwilligen
Erdenleben? Überdenkt das; die Zeit ist nun für euch reif, dieser Erde gegenüber eine
gedankliche Einstellung aufzubauen, die sie als das einschätzt, was sie nämlich ist: Das
Sprungbrett in die vollkommenen Welten.
Ich will nun meinen ersten Gedanken fortführen. Ich hatte zu Anfang
gesagt: Die Erde bedrängt euch mit ihren Widrigkeiten. Hier kommt nun ein weiteres
Problem hinzu: In eurem Handeln entscheidet Ihr euch noch zu oft gegen das, was Ihr
eigentlich im tiefsten Herzen denkt und fühlt. Ihr wollt zurück zu Jesus Christus und
zurück in harmonische Bereiche. Vielleicht wollt Ihr es auch nur einfach schön und gut
haben.
Liebe Geschwister, Ihr wisst, das könnt Ihr alleine nicht schaffen.
Ihr braucht dazu jene Gnade, die über all das hinwegsieht, was euch immer wieder
hinunterzieht. Ihr seid wie ein Schiff, dessen Maschinen und Ruder so verstellt sind,
dass
es genau in die entgegengesetzte Richtung fährt, die der Kapitän eigentlich ansteuert.
Immer wieder stehen wir als eure Schutzgeister in Besprechungen und in Situationen den
finsteren Brüdern gegenüber. Sie versuchen, uns die Einflussnahme über euch zu
verringern. Sie halten uns an einer Vielzahl von Fakten klar vor, dort, dort und dort hat
er sich in seinem Handeln eindeutig für unsere Seite entschieden. Mag er nun denken und
wollen was er will, sein Handeln zeigt, er ist immer noch einer von uns. Und Ihr
müsst
nicht meinen, dass wir als Schutzgeister einfach nur Gutes tun können. Wir sind in
unserem Handeln gebunden, wenn das Leben des Einzelnen zu sehr in die verkehrte Richtung
geht. Unsere Möglichkeiten als Schutzgeister verringern sich dann.
Was ist zu tun? Es gibt nur eine Möglichkeit: Es ist die
bewusste
Unterstellung unter den Willen Gottes. Dieses alte Gebet wurde von jenen Christen
gesprochen, die um diese Zusammenhänge wussten. Und ich wünsche mir, daß es sich in
eurem Denken in seiner ganzen Tiefe und Tragweite einprägt und dass es euch jeden Tag
führen und bestimmen möge. Nehmt es euch zu Herzen, wenn ich es jetzt bete:
"Allgütiger himmlischer Vater, Regent der lichten und der
finsteren Welten, Gott, himmlischer Vater, Schöpfer unseres Erlösers Jesus Christus. Wir
wissen, dass wir sündig geworden sind vor Dir und dieser Welt und wir wissen,
dass die
Sünde von uns Sühne fordert. Doch wir geben Dir allein Gott, allgütiger Vater das Recht
zur Sühne. Nur Dir allein und Deinem Willen fügen wir uns."
Mit diesem Gebet löst Ihr euch aus dem Einflußbereich jener finsteren
Mächte. Das einzige, was feststeht ist, daß euch eine schicksalsmäßige Sühne für
bestimmte Taten zustehen muß. Durch das Handeln Jesu Christi ist es in den
Entscheidungsbereich des Einzelnen gelegt, wer an die Stelle des Richters tritt. Nutzt
diese Möglichkeit, indem Ihr immer wieder und jeden Tag in eurem Denken deutlich darauf
hinweist. Ich tue mein Bestes, ich weiß, daß ich Fehler mache, aber diese Fehler sind
nicht Zeichen dafür, daß ich mich wieder von Gott lösen will, sondern sie sind nur
Zeichen meiner augenblicklichen Schwäche. Ich bin bereit, die daraus für mich
resultierenden Forderungen zu tragen. Der Richter aber soll allein Gott, Vater von Jesus
Christus und kein anderer sein.
Nur mit dieser Wendung könnt ihr euch dem Einflussbereich negativer
Kräfte entziehen. Das Recht auf Sühne kann nicht gelöscht werden, wohl aber dürft Ihr
durch das Einwirken Jesu Christi entscheiden, wer euer Richter ist.
Ihr werdet euch vielleicht fragen, warum ich diesen Gedanken so weit
ausbaue. Es gäbe nämlich eine andere Möglichkeit, die Ihr euch logischerweise ableiten
könnt. Ihr könntet euch auch bewusst dem Fürsten dieser Welt als eurem Richter
unterstellen. Diese Möglichkeit ist euch gegeben, denn Ihr steht auf des Messer's
Schneide. Ihr könnt euch überlegen, welche Konsequenzen daraus entspringen, wenn Ihr das
tun würdet.
Wenn ein Geist das bewusst tut, dann gewinnt er in seinem irdischen
Handeln vorerst einen unwahrscheinlich großen Freiraum. Er hat, aus materieller Sicht
gesehen, eine Vielzahl von Vorteilen. Auch die andere Seite ist, um sich ihre Leute zu
halten, gnädig, vergibt und verzeiht, wenn das, was geschieht, letztlich ihrem Plan
Genüge tut. Bittet immer wieder bewusst: "Ich erkenne nur Dich, Gott, Vater von
Jesus Christus als meinen Richter an".
Wenn Ihr das bisher Gesagte in euch aufgenommen habt, werdet Ihr nicht
mehr einfach nur beten: "Herr vergib uns unsere Schuld". Denn Ihr
wisst, dass
sich aus eurer Schuld automatisch eine Folge entwickelt, die für euch ein unumgänglich
notwendiger Lernfaktor ist.
Nun will ich mich wieder von euch lösen als einer, der euch von ganzem
Herzen liebt, der euch Freund und Bruder ist über alle Zeiten hinweg, und der nie in
seinem Bemühen nachlassen wird, euch wieder in jene Harmonie zurückzuführen, aus der
Ihr hervorgegangen seid. So will ich für euch beten:
"Allgütiger Vater, ich stehe hier vor Dir, um Dir diese Menschen
ans Herz zu legen. Du hast mir die Gnade geschenkt, Ihnen Helfer sein zu dürfen, sie zu
führen und zu lenken durch dieses Jammertal Erde. Ich sage das bewusst, denn für sie,
die im Ringen und Kämpfen stehen, ist es noch ein Jammertal. Ich stehe hier, um ein
verbindendes Glied zu sein zwischen ihrem Wollen und ihrem Handeln, denn nicht immer ist
das, was sie tun, dem gleich, was sie selbst empfinden und wünschen. Ich darf in ihre
Herzen sehen wie Du und sehe das Sehnen und Verlangen nach Liebe, das gute Wollen, das
Harmonie und Frieden sucht. Aber ich sehe auch die Widrigkeiten, die gutes Wollen in
negatives Handeln umschlagen lassen. Ich sehe die Trägheit und Schwere dieses irdischen
Körpers, der so manches gute Wollen erstickt und hemmt. Ich will deshalb für sie
eintreten, um jene Lücke zu überbrücken, die geschlossen werden muss. Ich weiß sie in
Deiner Liebe geborgen und dennoch, ein Problem besteht, die andere Seite hat ihre Rechte,
die unbestreitbar sind. Sie hatten sich eindeutig durch ihr Handeln und Wollen aus Deinem,
aus dem von Dir gesetzlich gegebenen Rahmen gelöst. Und so wie Du gerecht bist,
muss auch
hier Gerechtigkeit walten, und so muss jene Kraft Einfluss auf sie haben, der sie sich
öffnen. Ich stehe darum hier als Dein Geschöpf, als Dein treuer Diener, als einer, der
sich nie von Dir wendete, dem immer Dein Wort als Höchstes und Reinstes und Wertvollstes
galt. Ich darf Dir, und sag das demütig dankbar, die Hand reichen, die sie Dir noch nicht
reichen können. Am anderen Ende hält sie das zurück, was sie selbst an Negativem in ihr
Leben gelegt haben. So will ich hier stehen, bewusst als Bindeglied, in der einen Hand
Vater mit Dir verbunden, die Brücke darstellend zwischen Dir und ihnen. Ich weiß, ich
nehme damit eine Verantwortung auf mich und das nicht nur seit heute, sondern schon seit
jener Zeit, da ich sie betreuen darf. Als der für sie Verantwortliche bitte ich Dich,
Deine Liebe ihnen weiterreichen zu dürfen. Ich bitte für sie, weil ich in dieser Welt
bitten muss. Ihnen steht das, was ich für sie benötige nicht nach dem Gesetz zu. Wohl
habe ich selbst ein Recht Deine Liebe unmittelbar zu erfahren, aber sie, denen ich Deine
Liebe weiterleiten will, haben dieses Recht noch nicht, und so habe ich ohne Deine
ausdrückliche Zustimmung nicht die Freiheit sie ihnen zu geben. Nimm Du, Vater, meine Fürsprache
als Bindeglied für diese Geschwister an, damit sie durchströmt werden vom Sehnen nach
deinem ewigen Frieden."
Amen