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Über die Gewöhnung
83.06.04BO: ROUTINE - Medium Gerda - 87
Die Gefahren der Routine
Wird ein Mensch durch äußere Einflüsse an Negatives gewöhnt, so
erkennt er die Diskrepanz zum Positiven nicht mehr deutlich genug. Er wird so leicht zu
einer indifferenten Person, die zwar nicht grob negativ, aber auch nicht mehr von ihrer
geistigen Führung ansprechbar ist.

Liebe Geschwister!
Ich komme aus einem Bereich, der sich in einer ganz bestimmten Art und
Weise um die Menschen bemüht. Dies will ich euch heute näher erklären.
Solange Ihr als Menschen auf der Erde seid, steht Ihr jede Minute in
einer Prüfung. Das könnte diejenigen erschrecken, die nicht wissen, wie wichtig das
Leben auf dieser Erde ist. Wer in seinem Leben durch viele Lernphasen und Prüfungen
geführt wurde, geht mit einem ganz anderen Erfahrungsschatz in die nächste Welt. Ich
spreche nicht einfach nur von "Erfahrungen", sondern von einem Erfahrungsschatz,
denn ein Schatz ist etwas sehr Wertvolles und Kostbares.
Wir wissen sehr wohl um die Schwierigkeiten, diese Lebensprüfungen zu
erkennen. Menschen, die in ihrer Entwicklung noch nicht so weit fortgeschritten sind,
erhalten als Prüfung klarere und dadurch leichter erkennbare Lebenssituationen. Auf
diejenigen, die in ihrer Entwicklung schon weiter fortgeschritten sind, kommen diese Lern-
und Prüfungsphasen nicht mehr so klar und leicht durchschaubar zu. Jeder erhält andere
Situationen, die für ihn aufgebaut werden. Dieser Aufbau erstreckt sich nicht nur über
einen kurzen Zeitraum, sondern man bedient sich bei der Planung oft einer ganzen Reihe von
Inkarnationen. Die geistige Führung dieses Menschen beobachtet ganz genau, wie er sich in
einer Prüfung verhält und erweitert dann solche Lebensumstände, die ihn in seiner
Entwicklung weitergebracht haben.
Ich verstehe durchaus, wie unvorstellbar es euch erscheinen mag, wenn
Ihr an die hochkomplizierten und vielfältigen Einflüsse denkt, die ein Menschenleben
bestimmen. Nun erfährt aber jeder Geist in der Inkarnation eine starke Einschränkung
seiner Denkfähigkeiten. Auch Ihr werdet einmal keine Mühe haben, vier- oder
fünfdimensional zu denken. Es ist schwierig oder gar unmöglich für euch, mit eurem
irdischen Verstand hinter jeder Lebenssituation einen Sinn zu erkennen. Aber bitte denkt
daran, hinter jedem Schicksal steht eine vollkommene Führung, die wunderbar und einmalig
ist. In so manchen Momenten meint Ihr, in eurem Leben eine Sinnlosigkeit zu erkennen. Oder
wie oft meint Ihr, im Lebenslauf eines anderen eine unerträgliche Last zu sehen. Nun, Ihr
erkennt eben noch nicht die Zusammenhänge.
Schaut, es geht doch darum, daß jeder, aber auch jeder, so schnell wie
möglich seine Erfahrungen sammelt, um in die harmonischen Bereiche zurückzukehren. Ich
verstehe es, wenn Ihr mit dem Kopf schüttelt im Angesicht dessen, was tagtäglich
geschieht. Aber schaut, das Leid ist wichtig, es ist nicht schön, das wissen wir. Wenn es
eine Möglichkeit geben würde, einem Menschen Leid zu ersparen, so würden wir es tun.
Leider ist aber für manchen das Leid unbedingt notwendig. Es ist wie das Aufbrechen eines
verhärteten Panzers, der zu einem Gefängnis für seinen Bewohner geworden war. Wenn so
eine harte Haut platzt, so tut das sehr weh.
Schaut euch die Entwicklung eines Schmetterlings an. Wie mühevoll und
beschwerlich ist es für ihn, aus der Hülle herauszukommen, und was für ein herrliches
und befreites Wesen wird daraus! So ist es auch mit eurer Entwicklung! Das Leid ist
absolut notwendig, damit der verhärtete Seelenpanzer durchdrungen wird. Diese Verhärtung
kann sehr tief liegen und für euch nicht erkennbar sein. Erst wenn ein Mensch im Leid
viele Werte verändern mußte, dann ist er wieder ansprechbar für uns. Deshalb ist es
wichtig für euch, zum Leid eine positive Einstellung zu bekommen.
Ich kehre auf diesem Wege wieder zum Anfang zurück, weil ich berichten
wollte, was wir tun. Es gibt etwas, was die Menschen zu indifferenten Wesen werden läßt.
Mit indifferent meinen wir all jene Menschen, die in ihrer Entwicklung stehenbleiben.
Diese Menschen sind zwar guten Willens, aber trotzdem für uns kaum mehr ansprechbar. Sie
haben in ihrer Seele schon viel Verständnis für Harmonie, Schönheit und Liebe
aufgebaut. Von ihnen geht kein negatives, böses Wollen aus. Und trotzdem hat auch hier
unser Gegenspieler eine Einwirkungsmöglichkeit, nämlich die Gewöhnung. Das ist ein sehr
großes Problem, weil Gewöhnungen so langsam und undurchsichtig sind. Die Menschen
erkennen auf diesem Wege eine langsame Verwandlung nicht. Ich möchte dazu einige
Beispiele nennen. Jeder, der an einen Platz gestellt ist, hat die Möglichkeit diesen mit
Freude und Geduld schön zu machen. Es ist gleich, ob dieser Platz groß oder klein ist.
Schauen wir einmal einen Menschen an, der so einen kleinen Platz hat.
Wir nehmen eine Durchschnittsfamilie an, ein Ehepaar mit zwei Kindern und betrachten die
Tätigkeit der Mutter. Wir gehen davon aus, sie ist ein Mensch guten Willens. Wenn das
erste Kind geboren wird, herrscht eine große Freude; man bemüht sich, alles so gut wie
möglich zu machen. Man nimmt sich viel Zeit. Beim zweiten Kind verändert sich das schon
ein wenig. Man ist nun geschickter, gewöhnter, und man reagiert nicht mehr so mit dem
ganzen Herzen, wie man das bei dem ersten getan hat. Und so geht es weiter, die Kinder
werden größer, das erste kommt in die Schule, dann auch das zweite. Die Kinder kommen
jeden Tag mit neuen Eindrücken nach Hause. Die Jahre gehen wie im Fluge vorüber. Das
erste geht aus dem Hause, dann auch das zweite. Bis jetzt war ja noch viel los am
täglichen Essenstisch. Man freute sich, etwas Schönes hinstellen zu können. Aber im
Laufe der Jahre wurde es zur Routine, und jetzt gewöhnt man sich an ein ruhiges
Gleichmaß. Man sieht nicht mehr die Möglichkeiten, seinen kleinen Bereich zu
verschönern. Man sieht nicht mehr die Möglichkeit, sich zu verschenken in der Speise,
die man zubereitet, sich zu verschenken in allem was man tut. Man sieht nicht mehr die
Möglichkeit, in jede kleine Handlung Liebe hineinzulegen.
Es sind nicht unbedingt die großen Dinge, sondern es sind vor allem
die vielen kleinen Dinge, die einem Mühe machen, freudig und liebevoll zu sein und nicht
in diese Routine hineinzufallen. Die Routine und die Gewöhnung prägen tiefe und
verfestigende Bahnen in eine Seele und blockieren die für die Entwicklung notwendigen
Impulse. Ich möchte noch einen anderen Fall beschreiben. Eine Gewöhnung tritt meist auch
im Beruf ein. Dabei bietet das Berufsleben eine Fülle von Möglichkeiten für diejenigen,
die eine Position begleiten, in der sie auf andere Menschen Einfluß nehmen können oder
wo sich Kontakte zu Kollegen ergeben haben. Die Gefahr der Gewöhnung ist besonders dann
vorhanden, wenn die Menschen, die uns umgeben immer die gleichen sind. Wechseln diese
häufiger, so ist das Bemühen, den anderen zu verstehen noch größer. Wir können
weiterdenken. Es gibt Berufe, die sehr viel mit Menschen zu tun haben. Nehmen wir als
Beispiel einen Heilberuf. Hier muß man bei den vielen Patienten besonders darauf achten,
nicht auf etwas Besonderes zu warten, was einen aufhorchen läßt, sondern immer wieder
seine eigene Liebeskraft zu verstärken und in jedem, mit dem man beruflich oder privat
Kontakt hat, den Bruder oder die Schwester zu sehen. Eine solche Lebenseinstellung
verhindert auch Fehlentscheidungen. Bedenkt es, und Ihr werdet selbst sehen, daß auch da,
wo Ihr hingestellt seid, Freude erwachen kann.
Viele Menschen glauben, sie könnten nur dann Gutes tun, wenn sie einen
Menschen vor sich haben. Nein, man kann auch Gutes tun, indem man in einen Brief Freude
hineinlegt. Was von einer Mutter mit Liebe gekocht wurde, ist etwas konkret anderes, als
wenn die Mahlzeit aus einer gedanken- und gefühllosen Routine heraus gekocht wurde. Als
Menschen könnt Ihr die Odschwingungen nicht sehen, aber wir sehen sie. Ihr seid wie eine
ständig tätige Strahlungsquelle, die sich durch all eure Gedanken und Gefühle ständig
verändert. Dort, wo diese Strahlung auftrifft, hinterläßt sie eine Prägung. Manchmal
kann man diese ausgestrahlten Schwingungen bewußt erkennen. Ihr habt vielleicht schon
erfahren, wie Ihr etwas als sehr schön und sehr wohltuend empfunden habt, obwohl es
äußerlich genau das gleiche war, was euch Tage vorher jemand anderes gesagt oder gegeben
hat. Ihr seht und spürt beim Abendmahl oft auch nicht all die Odschwingungen, die Ihr mit
aufnehmen dürft, obwohl sie real sind und euch beeinflussen.
Ich will den Gedanken der Gewöhnung weiter verfolgen. Sehr schwierig
ist es dann, wenn man sich bereits an Negatives gewöhnt hat. Besonders bei lang
andauernden Lebenssituationen, wie einer Partnerschaft oder beruflichen Kollegialität,
ist die Gewöhnung an das Disharmonische sehr einfach und stellt deshalb eine große
Gefahr dar. Es ist sehr wichtig für euch, zwischen Negativem und Positivem unterscheiden
zu können. Ladet euch mehr und mehr mit den harmonischen Dingen auf. Umgebt euch mit
Gutem und Schönem, denn dann ist der Kontrast zum Negativen größer und er wird für
euch erkennbarer.
Alles, was Ihr hört oder was Ihr seht, geht in euch hinein und
hinterläßt einen bleibenden Eindruck. Auch dann, wenn Ihr glaubt, Ihr hättet etwas
verarbeitet oder vergessen, hat es eine Prägung hinterlassen. Nun wirkt diese Prägung
zudem wie ein Magnet für Odkräfte ähnlicher Qualität. Sie umgeben euch dann, wie die
Luft den Erdball umgibt.
So ist es für euch wichtig, bei Filmen, Fernsehprogrammen, Musik und
Literatur unterscheiden zu lernen. Schaut, mit welcher Raffinesse die Menschen an
Negatives gewöhnt werden. Ihr braucht dazu nur die Zeitung oder das Fernsehprogramm
aufzuschlagen, dann erkennt Ihr, welch große Problematik darin steckt. Denn wenn man die
Menschen durch äußere Einflüsse an Negatives gewöhnt, erkennen sie die Diskrepanz zum
Positiven nicht mehr ausreichend deutlich.
Es ist noch etwas ganz Raffiniertes dahinter. Sprecht einmal mit
solchen Menschen, die sich mehr und mehr mit negativer Literatur, mit bösartigen Filmen,
also kurz mit disharmonischen Dingen umgeben. Wenn Ihr kommt und ihnen sagt: Schau einmal,
was hast du denn davon, hat es dir gut getan? Wie hat sich das ausgewirkt in dir und wie
wirkt sich das über dich an anderen aus? Dann wird in den meisten Fällen gesagt:
"Man muß der Realität ins Auge sehen können; es ist eben heutzutage so". An
dieser Aussage könnt Ihr erkennen, in welcher Realität diese Menschen stecken. Es ist so
wichtig sich nicht in diese Gewöhnung hineinzutreiben zu lassen. Kontrolliert all das,
was um euch ist und sucht euch das Harmonischste aus. In dem Moment, in dem Ihr euch mit
Negativem befaßt, zieht Ihr diesen Bereich unweigerlich an und gebt ihm dabei Kraft. Wenn
Ihr Negatives anschaut oder lest und dies in euch negative Empfindungen, Gedanken und
Gefühle auslöst, so sind diese Energien ein Plus für den Gegensa. Eine völlig andere
Situation ist es, wenn Menschen die Fähigkeit haben, sich von Negativem so zu schützen,
daß es weder eine Belastung noch eine Gewöhnung gibt; aber diese Fähigkeit haben nur
sehr wenige Menschen.
Unser Aufgabengebiet ist es, durch plötzliche Situationsveränderungen
Menschen aus dieser Gewöhnung herauszureißen. Das ist gar nicht so einfach. Unser
Einsatz muß mit dem Schutzgeist der Person, mit dem Familienschutzgeist und mit dem
Berufsschutzgeist abgestimmt werden. Wir müssen den sichersten Moment erkennen oder eine
Situation herbeiführen, in der der Mensch die Möglichkeit hat zu erkennen: Ich habe in
meiner Fähigkeit zu lieben einen Verlust erlitten.
Meine Bitte an euch ist die, kontrolliert alles und verliert nicht die
Freude, jeden Tag mit eurem ganzen Bemühen so viel wie möglich an Schönem, an Positivem
in diese Welt zu bringen. Ihr habt das Licht in euch. Verteilt dieses Licht, damit viele
es erkennen, davon aufnehmen dürfen und es wieder weiterreichen!
Es wurde vor einiger Zeit anderenorts etwas gesagt, und ich möchte es
wiederholen, weil es zu unserem Tätigkeitsfeld gehört: Es nützt nichts, wenn ein Mensch
Sonntag für Sonntag in die Kirche geht, für den Frieden in der Welt betet, dann aus der
Kirche heimgeht und mit seinen Emotionen und seinem Denken alles tut, damit der Krieg
Odkräfte bekommt. Es ist so entscheidend für euch, daß euer tägliches Tun in Liebe
eingebettet ist. Ich kann nicht für den Frieden demonstrieren, wenn ich der Seite, die
für den Krieg zuständig ist, auf Grund meiner Aggressionen kräftigendes Od zuführe. Im
Kleinen geschieht Großes.
Meine Zeit hier ist beendet, und so grüße ich euch in der Liebe
unseres Heilandes und Meisters Jesus Christus.
Gott zum Gruß und Jesu Heil.
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