Liebe Geschwister!
Ihr seid schon so weit in das Wissen um die universellen
Gesetzmäßigkeiten eingeführt, dass Ihr es euch im täglichen Leben nicht mehr leisten
könnt, auch nur eine Sekunde unachtsam zu sein! Liebe Geschwister, Ihr habt es schon oft
gehört, aber ich möchte es noch einmal wiederholen: geistiges Wissen, das im Alltag
nicht gelebt wird, wird zur Schuld! Eine Schuld, die euch lähmen und mit neuen
Bindungen an eine Ebene fesseln würde, der Ihr eigentlich entwachsen wollt.
Ihr könnt keine wirkungsvollen Mitarbeiter im Heilsplan unseres
Meisters werden, wenn euer Alltag im Widerspruch dazu steht. In euch kommen Gedanken und
Wünsche auf, doch lieber dieser oder jener zwischenmenschlichen Verpflichtung
auszuweichen, um mehr Zeit für die scheinbar wichtigere Beschäftigung mit geistigen
Themen zu haben. Eure primäre Aufgabenstellung ist jedoch euer Alltag. Erst wenn diese
wirklich abgeschlossen ist, dann darf der freiwerdende Raum dafür verwendet werden.
Niemals darf die Beschäftigung mit dem Geistigen zur Flucht werden, denn sonst werdet Ihr
für diejenigen Geister unglaubwürdig, die Einblick in euer Leben erhalten sollen, um
daraus zu lernen. Ihr würdet denjenigen Teil des Heilsplanes, der mit eurer Hilfe
geleistet werden könnte, gefährden und in seinen Grundfesten erschüttern. Ich hoffe,
Ihr nehmt meine ernsten Worte mit der ganzen Tragweite ihrer Bedeutung in euch auf, damit
euer Bemühen um die Verwirklichung und Umsetzung des einmal Erkannten nicht erlahmt.
Ihr wünscht euch, in der Welt der vollkommenen Geistwesen leben zu
dürfen. In der Welt, in der jedes Wesen das andere wichtiger nimmt als sich selbst und
jedes sich liebend dem anderen verschenkt. In einer Welt, in der es keine Existenzangst
und keine Sorge um das "Ich" gibt und jedes geistige Wesen in kosmischer Breite
fühlt und denkt. Fehler, die auch in diesen Bereichen noch unterlaufen, werden von den
anderen nicht als verletzend empfunden. Im Gegenteil, es wächst dann die Zuwendung zu dem
Betreffenden, der ja unter diesem Fehler leidet.
Diese Stufe kann auch auf der Erde realisiert werden. Sie ist ein
notwendiger Entwicklungsschritt für die Erdenbewohner. Glaubt mir, liebe Geschwister, es
ist gar nicht so schwer, wenn man erst einmal den Anfang gemacht hat. Versucht es einmal -
wenigstens einige Wochen - dann werdet Ihr die Auswirkungen spüren und sie nicht mehr
missen wollen. Natürlich würde es euch in den reinen Welten sehr viel leichter fallen,
gute oder wenigstens bessere Geschöpfe zu sein als Ihr es hier seid. Die Widrigkeiten
dieser Erde sind aber eure Lernmöglichkeiten und euer Prüfstein. Was euch hier begegnet,
ist genau für euch bemessen, so wenig dies euch auch in manchen Momenten einleuchten mag.
Ihr kennt das große geistige Gesetz, wonach jedem Geschöpf für
alles, was es andern tut, von diesem ein Ausgleich zusteht. Wohl steht es in eurer
Freiheit, dieses Recht zu verschenken, aber bitte nehmt dies ganz tief in euch auf:
Solange Ihr bei all Euren Tätigkeiten auf eine Resonanz wartet, und sei es auch nur die
Erwartung einer Dankbarkeit, solange Ihr euer Sein und euer Tun danach beurteilt, was von
den Menschen auf euch zurückkommt, solange, liebe Geschwister, seid Ihr noch anfällig.
Solange Ihr für eine positive Handlung eine Resonanz des Menschen erwartet oder auch nur
erhofft, solange bindet Ihr diese geistigen Kräfte, die Ihr freigesetzt habt, bis zu dem
Moment des Ausgleiches. Nur wenn Ihr sie innerlich wirklich freigebt, kann im Rahmen des
Heilsplans viel mehr bewirkt werden, und Ihr werdet frei von karmischen Bindungen. Der
andere braucht euch nicht mehr zu danken, und so seid Ihr beide nicht mehr aneinander
gebunden. So herrlich unter vollkommenen Wesen eine persönliche Verbindung ist, so kann
sie unter unvollkommenen Wesen leicht zu einer Ankettung werden. Bedenkt, dass Ihr es,
ganz gleich auf welcher Ebene, mit gefallenen Geschwistern zu tun habt. Und gerade deshalb
ist eine zu enge Bindung in Bezug auf Freundschaft und in der negativen Form der
Abhängigkeit voneinander in dieser Welt gefährlich.
Die Kontakte, die Ihr bewusst oder unbewusst pflegt, gehören zu drei
Ebenen. Die erste Ebene sind die Menschen, denen Ihr begegnet. Aus der zweiten Ebene
erhaltet Ihr Euren Schutz und eure Führung. Dieser Kontakt wird durch den Heilsplan
gewährleistet. Aber auch er ist - das ist wichtig für eure Entwicklung - in einem Punkt
labil. Nicht nur Ihr lernt, auch alle eure Schutz- und Helfergeister lernen und entwickeln
sich mit euch, d.h. sie erfüllen ihren Dienst im Auftrag Gottes nach ihrem besten Wissen
und Gewissen. Von der Struktur her sind es ebenfalls Geister, die im Aufstieg begriffen
sind. In der dritten Ebene begegnet Ihr den unwissenden und böswilligen Geistern, die
teilweise ein gerütteltes Maß karmischer Rechte an euch haben, die aber bei einem
selbstlosen und erwartungsfreien Dienen so gewandelt werden können, dass ihnen diese
Rechte zugute kommen. Zugute in der Art, dass sie sich nicht an euch austoben und
gegebenenfalls ihre Rechte überschreiten können, sondern, dass ihre Rechte an euch, von
Gott in Liebe gewandelt, ihnen zur Erleuchtung werden. Liebe Geschwister, merkt es euch,
nicht nur für euch, sondern für alle, denen Ihr im Irdischen wie im Geistigen begegnet:
Verlassen kann man sich in letzter Konsequenz nur auf Gott und seine leitenden Gesetze.
Die Geister dieser dritten Ebene machen nichts lieber, als Handlungen
oder auch Gedanken und Worte, die im Positiven gemeint sind, abzuschwächen und zu
verdrehen, um so Missverständnisse unter den Menschen zu schüren. Wenn dann bei einem
Menschen die Enttäuschung über das scheinbare Versagen und Misslingen des doch so guten
Wollens einsetzt, dann werden aus dieser dritten Ebene die Geister der Verzweiflung auf
diese Menschen angesetzt, um sie wieder in die Tiefe hinunterzuziehen.
Und Ihr liebe Geschwister, baut einen Schutzwall gegen diese dritte
Ebene auf, indem ihr euch bemüht, unabhängig zu sein. Seht in eurem positiven Wollen und
unablässigen Bemühen das Wesentliche und sendet es aus als Ausdruck eurer Liebe zu Gott
und den Mitmenschen und fragt nicht nach der Wirkung und der Rückkopplung auf euch. Liebe
Geschwister, behaltet eure geistige Freiheit. Legt keine neuen Bindungen mehr, indem Ihr
nach dem so viel zitierten Gotteslohn fragt. Das Handeln in der Gesetzmäßigkeit wirkt
sich automatisch aus, und Ihr könnt zu Gnadenspendern werden, wenn Ihr euch um völlige
Freiheit bemüht. Ich meine mit "Freiheit" nicht Gesetzlosigkeit, sondern
Freiheit in der Unabhängigkeit von Anerkennung. Denn diese Kräfte werden dann frei. Sie
sind nicht gebunden, und da es eure Leistung ist, könnt Ihr sie auch verschenken. Es wird
in euch jeder Anklang von Einsamkeit weichen und einmünden in das Bewusstsein der
allumfassenden und tragenden Geborgenheit in Gott. Aber Ihr müsst diesen Schritt tun, in
allen Einzelheiten. Ihr müsst täglich euer Denken und Empfinden überwachen, um die
Fesseln wieder zu lösen, die Ihr euch aus irgendwelchen Gründen selbst angelegt habt.
Liebe Geschwister, betrachtet einmal einen Apfelbaum. Er schenkt
seine nahrhaften Früchte jedem, der sie nimmt. Er fragt nicht danach, ob er ein Gefühl
der Freude, ein Gefühl des Dankes oder ähnliches erhält. Ihn solltet Ihr euch zum
Vorbild nehmen, damit euch die gegensätzlichen Kräfte nicht zu sehr in die Flanken
rennen können und Ihr euch abzuschirmen und zu stabilisieren vermögt. Es ist ein Akt der
Demut, die Früchte, die man bringt, Gott zur Verwertung zu überlassen. Wenn Ihr also
wirkungsvoll im Heilsplan stehen wollt, dann versucht alles abzubauen, was für die
gegensätzlichen Kräfte dieser dritten Ebene eine Angriffsfläche darstellt. Was ich euch
hier darlege, kann von euch nur dann richtig aufgenommen werden, wenn Ihr in früheren
Zeiträumen, ohne dieses Wissen, bewiesen habt, dass euer Denken, Fühlen und Handeln von
einer tiefen Liebe zum Mitmenschen getragen ist.
Dieses liebende, selbstlose Geben darf aber nicht unkontrolliert und
gedankenlos sein. Ihr müßt überlegen, welche Reaktionen Ihr damit auslösen werdet.
Aufgrund eurer Kenntnis geistiger Gesetzmäßigkeiten tragt Ihr einen Teil der
Verantwortung nun schon mit. Doch seid da nicht allzu ängstlich. Vieles, was Ihr sagt und
wie Ihr handelt, aber nicht richtig überschauen könnt, wird von geistiger Seite
korrigierend beeinflusst. Mit der Zeit werdet Ihr lernen, auf Inspirationen zu achten,
damit Ihr in der Zusammenarbeit mit Euren Schutzgeistern immer konzentrierter und
gezielter wirken könnt. Lernt in der Meditation die positiven und aufbauenden Energien in
euch aufzunehmen und seid wachsam. Die zukünftigen Zeiten werden nicht einfach sein.
Ich hoffe, ich habe nicht zu ernst mit euch gesprochen. Ich spüre, Ihr
habt erkannt, dass Ihr wirklich hart und konsequent an euch arbeiten müsst, und so
möchte ich all die Liebe unseres Heilandes und Meisters übermitteln, die Ihr fähig seid
aufzunehmen und weiterzutragen. Die Entwicklung der Erde geht in eine entscheidende Phase.
Jeder, aber auch wirklich jeder wird gebraucht.
So grüße ich euch in seiner ganzen Liebe.
Gott zum Gruß und Jesu Heil.