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Vorwort

       


 

Die Texte dieses Buches sind entstanden in den Jahren 1981 bis 1985 im Rahmen von medialen Andachten, wie wir damals unsere Zusammenkünfte genannt haben. Nach einer Vorbereitung in Gebet und Meditation begann eines der drei ausgebildeten Medien unseres kleinen Kreises als eine fremde Persönlichkeit zu sprechen. Zu der Zeit, als meine Frau und ich zu dieser kleinen Gruppe hinzukamen, fiel es uns durchaus nicht leicht zu glauben, dass durch diesen, uns bekannten Menschen, eine andere Persönlichkeit sprechen soll. Die Leistungen des Unterbewusstseins sind mitunter ja erstaunlich. Was wir aber hörten, war so verschieden von dem was die uns vertraute Person sonst dachte, die vorgetragenen Gedanken so anders, die Gemütszustände so neu, die Erklärungen von großen und uns allen unbekannten Zusammenhängen so klar, dass es immer unzweifelhafter wurde, tatsächlich eine andere Persönlichkeit vor uns zu haben. Andacht um Andacht durften wir lernen unsere gewohnte Welt neu zu sehen, wie die sichtbare Welt sich fortsetzt und durchdrungen ist von unsichtbaren Schichten der Realität. Unsichtbar sind sie aber nur mit irdischen Augen. Für diejenigen die darin leben sind sie so real, wie wir unsere Welt empfinden. Ja, ich möchte heute sogar sagen, daß sie realer ist, als das uns durch unser Gehirn vermittelte Bild. Immer tiefer durften wir Einblicke gewinnen in das Leben nach und vor dem irdischen Leben, warum wir als Menschen diesen Weg beschreiten müssen und dürfen und wir in der Regel so wenig von diesen Zusammenhängen wissen.

 

Wer wie ich eine recht unreligiöse Jugend durchlebt und eine naturwissenschaftlich-technisch orientierte Ausbildung genossen hat, wird diesen geistigen Umbruch verstehen, der sich vollziehen muss, wenn sich ein Mensch mit solchen Erfahrungen auseinandersetzt. Zu jener Zeit besuchte ich eine Aufführung des Theaterstückes "Das Leben des Galileo Galilei" von Bert Brecht. Die Tatsache, dass die kugelförmige Erde sich zusammen mit anderen Planeten um unsere ebenso kugelförmige Sonne dreht, mag uns heute selbstverständlich erscheinen. Wer sich aber einmal hineindenkt in die Menschen der damaligen Zeit, wird verstehen wie absurd dies war. Zu sehr schien die Alltagserfahrung dem zu widersprechen. So gab mir dieser gewaltige geistige Umbruch der damaligen Zeit den Mut, mich auf denjenigen der Jetztzeit einzulassen. Dieser erneute Aufbruch wird wohl noch mehr als der damalige, viele Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte in Anspruch nehmen. Die seit Galilei gespaltene geistige Welt des Westens in ein naturwissenschaftliches und ein christliches Weltbild, wird einer neuen und gemeinsamen Schau von der Welt weichen, in der auch andere Religionen ihren sinnvollen und akzeptierten Platz haben werden.

Die Zuversicht, dass die Menschheit einer harmonischen Zeit entgegengeht, auch wenn es zunächst noch in die andere Richtung läuft, ist eine der wichtigen Botschaften, die wir aus unserem kleinen Kreis weitergeben möchten. Wer sich ein wenig auskennt der weiß, dass es viele solcher Kreise gibt und eine Fülle von Literatur dazu. Diese, man darf wohl sagen, Überfülle macht es einem Suchenden nicht leichter das richtige für sich zu finden. Wir setzen unser Vertrauen ganz auf unsere Schutzengel, daß diese Texte die dazu vorbereiteten Menschen erreichen werden.

Wir haben uns bemüht, die Vorträge dort wortgetreu wiederzugeben, wo es möglich war. Viele Wiederholungen oder Abschweifungen durch persönliche Fragen der Anwesenden, haben Kürzungen und Überarbeitungen mit dem Ziele der leichteren Lesbarkeit erfordert. Dort wo es nach unserer Ansicht etwas zu ergänzen gab, wurden Fußnoten eingefügt.

Und so wünschen wir jedem Leser dieser Tonbandprotokolle , daß er vom selben Geist erfüllt sein möge, wie er uns zuteil wurde, um zu erkennen, dass diese Worte die Wahrheit beschreiben. Wir denken, ein Mensch der heutigen Zeit hat es in manchen Punkten viel schwerer als die Menschen der damaligen Zeit. Das Zeitalter des Filmes, der Bücher und vor allem der Elektronik kann so eindrucksvolle virtuelle und unwahre Visionen erzeugen, daß dagegen eine Beschreibung wie die vorliegende geradezu schlicht erscheinen muß und nur den erreichen kann und wohl auch soll, der spürt, daß es die Wahrheit ist.

Noch ein wichtiges Wort zur Medialität und zu Medien sei angefügt. Wer diese Protokolle gelesen oder Gelegenheit hatte die Tonbandaufzeichnungen zu hören, wird verblüfft sein über diese scheinbare Leichtigkeit mit der es unverkörperten Wesen gelingt sich über einen menschlichen Körper gut, verständlich und hörbar zu äußern. Dies ist in der Tat so, nur darf das nicht darüber hinwegtäuschen, welch lange Kette an Voraussetzungen gegeben sein muß, bis dies gelingen kann. Drei wichtige Komponenten sind wirksam: Zum einen der Mensch, der als Medium fungiert, zum anderen die unverkörperte Persönlichkeit, die sich durch das Medium äußert und zum dritten und wichtigsten: die lenkenden Schutzengel im geistigen Umfeld dieser Beiden.

Vom Prinzip her gibt es keine unmedialen Menschen. Jeder Mensch hat mehr oder weniger die Fähigkeit sein geistiges Umfeld wahrzunehmen, ob er sich der Tatsache bewußt ist oder nicht. Dieses Wahrnehmen beschränkt sich aber oft auf Gefühlszustände und Gedankeneinfälle, denn es liegt in der Natur des Menschseins, sein geistiges Umfeld nur wage wahrnehmen und kaum von seinen eigenen Regungen unterscheiden zu können. Es sind also besondere Lebenspläne, die Menschen zu einem so eindeutig erkennbaren Medium für geistige Wesenheiten macht. Die wohl bekannteste Geschichte einer Medialität ist das Pfingstgeschehen. Soll eine in einem Menschen angelegte Fähigkeit zur Medialität dazu dienen, die Aufgabe der Jünger in heutiger Zeit zu erfüllen, so bedarf es zunächst einer klaren Ausrichtung auf Gott und Jesus Christus. Nur so kann eine innige Arbeitsgemeinschaft zwischen Medium, den sich äußernden Geistwesen und der göttlichen Führung entstehen. Nur die Schutzengel, von Christus im Rahmen des Heilsplanes eingesetzt, sind in der Lage den notwendigen Schutz und das organisatorische Umfeld zu bieten.

 

Schon bald nach dieser ersten Zeit nach dem Pfingstgeschehen musste Paulus im Korintherbrief warnen, man solle lernen die Geister zu unterscheiden, ob sie von Gott kämen oder nicht. Dieses Problem der Medialität ist heute genau so aktuell wie im Urchristentum. Eine Vielzahl von Geistwesen, darunter auch recht aufdringliche und unfreundliche, sind ständig in unserem Umfeld und könnten ein Medium so belagern, dass es von Stimmen und fremden Gemütszuständen verfolgt wird. Manchmal ist ein Medium nicht in der Lage diese Wesen auf Distanz zu halten. Wenn zudem die höhere geistige Führung nicht eingreifen darf, brauchen viele von diesen Medien psychiatrische Hilfe. Auch wenn die Psychiatrie die Ursache des Phänomens anders erklärt, kann sie doch insofern vorübergehend die Situation lindern, weil sie mit Psychopharmaka die Durchlässigkeit zur geistigen Umgebung dämpfen kann.

 

Das ist wie der Spaziergang einer Space-Shuttle Besatzung im Weltraum. Er kann nur bei einem absolut dichten Raumanzug gelingen. Merkt der Raumfahrer bei einer Prüfung im Raumschiff, daß sein Anzug undicht ist, wird er es tunlichst vermeiden in die feindliche Umgebung des leeren Raumes hinauszugehen. Was für den Raumfahrer der Raumanzug ist, ist für ein Medium eine feinstoffliche Hülle, die mit seinen reinen Gedanken, Motiven und Gefühlen aufgebaut wird. Diese Hülle kann durchaus von den Geistern Gottes noch wesentlich verstärkt werden, falls die selbsterzeugte noch zu schwach und unvollkommen ist. Der Anfang und die geistige Ausrichtung muss aber immer vom Menschen selbst gemacht werden.

 

So wie Paulus im gleichen Korintherbrief schrieb, die Fähigkeit Geister durch sich sprechen zu lassen sei keineswegs wertvoller als die Fähigkeit das Gesagte zu interpretieren, so möchten wir diese Schriften weitergeben in der Hoffnung, daß sie auf einige vorbereitete Herzen treffen.

 

Claus Speer   März 1996

 

 

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